Kieler Express 30. März 2016

Eimecke: 115 Jahre Erfahrung

Als Heinrich Eimecke 1901 seine Firma in der Brunswiker Straße 40 gründete, bot er den Bau und die Wartung von damals topaktuellen Gasbeleuchtungsanlagen an. Die spielen heute im Portfolio der Firma keine Rolle mehr, aber das gelbe „e“ des Firmenlogos ist auf sehr vielen größeren Baustellen in und um Kiel zu finden: Im 115. Firmenjahr stehen der Bau komplexer Elektroanlagen, Kommunikationsanlagen, Sicherheitstechnik und Gebäudemanagementsysteme auf der Spezialitätenliste des mittelständischen Unternehmens.

Den Neubau des Norwegen-Terminals und der neuen Kieler Uni-Bibliothek hat Eimecke ebenso begleitet wie den Bau des gesamten CAPs mit allen Kinosälen darin, den Bau des Hauptsitzes der LBS in Kiel oder ganz aktuell: den aufwendigen Umbau des Ravensberger Wasserturms in Kiel. Auch beim Bau des Olympiazentrums in Schilksee war die Firma dabei, sogar das Olympische Feuer in Schilksee wurde mit einer bei Eimecke entwickelten und gebauten Zündvorrichtung entflammt. Eines der ganz frühen Zeugnisse der Tätigkeiten von Eimecke ist ein Briefumschlag, der beim Renovieren des goldenen „Eis“ auf der Rathausturmspitze 1993 entdeckt worden war: Beim Bau des Rathauses hatten im Jahr 1910 Handwerker zusätzlich zur offiziellen Dokumenten-Kassette der Stadtoberen eine eigene kleine Kupferkassette auf die Spitze des Rathausturms geschmuggelt. Darin auch der Briefumschlag mit der Aufschrift: „Es grüßen den Zukunftsstaat die Klempner der Firma Heinrich Eimecke. September 1910“, daneben die Mahnung: „Gedenket Eurer Kameraden“, das Ganze unterschrieben mit sieben Namen.

1911 machte Heinrich Eimecke sein Ladengeschäft in der Holtenauer Straße 78 auf. Neben dem Bau von Sanitäreinrichtungen wurde die Installation von Elektrotechnik zu einem zunehmend wichtigen Firmenzweig. Als Heinrich Eimecke 1941 starb, führten Mitarbeiter den Betrieb weiter. 1944 vernichtete ein Bombentreffer das Firmengebäude. Anfang der 1950er-Jahre wurde die Firma von der damals größeren Sanitärfirma Moritz Gärtner übernommen.

1979 kauften die Firmenangehörigen Johannes Jacobsen, Erich Abel und Klaus Drunijon die Firma Heinrich Eimecke und machten sie wieder zu einem eigenständigen Unternehmen. Alle 97 Angestellten wurden damals übernommen.

Viele Kieler werden sich noch an das Ladengeschäft „Eimecke Licht“ an der Ecke Holtenauer Straße/Beselerallee erinnern. Doch inzwischen gehört der Verkauf von einzelnen Leuchten an Endkunden nicht mehr zum Geschäftsfeld des  Unternehmens – schon eher die Entwicklung und Installation ausgefeilter Beleuchtungssysteme für Ausstellungsräume und repräsentative Gebäude.

Seit 1980 hat die „Heinrich Eimecke Elektrotechnik GmbH“ ihren Firmensitz in einem Hofgebäude an der Lornsenstraße in Kiel. In die Geschäftsführung ist inzwischen die nächste Generation nachgerückt: Die Nachfolge von Johannes Jacobsen trat Herbert Heider an, Tobias Drunijon und Andreas Abel sind in die Fußstapfen ihrer Väter getreten.

Aktuell hat die Firma 125 Mitarbeitende, und die Geschäfte laufen gut. „Eigentlich platzen wir hier schon fast wieder aus allen Nähten“, sagt Mitgeschäftsführer Tobias Drunijon mit einem Blick auf das rote Backstein-Firmengebäude in der Lornsenstraße 39a.